Die Praxis wird über Situationen beschrieben, nicht über Diagnoselisten
Menschen erkennen sich häufig besser in einer beschriebenen Situation wieder als in einer langen Liste von Diagnosen.
Eine hilfreiche Orientierung kann deshalb mit Situationen beginnen wie:
- Beschwerden bestehen länger oder verändern sich trotz bisheriger Behandlung. - Mehrere Fachrichtungen sind beteiligt, aber ein verbindendes Gesamtbild fehlt. - Viele Untersuchungen wurden durchgeführt, dennoch bleibt unklar, was jetzt Priorität hat. - Beschwerden und vorhandene Befunde passen nicht vollständig zusammen. - Eine chronische oder komplexe Entwicklung benötigt Koordination und fortlaufende therapeutische Anpassung. - Es besteht der Wunsch, nicht nur einzelne Werte, sondern Zusammenhänge und Verlauf zu verstehen.
Ebenso wichtig ist Transparenz darüber, wann eine andere Anlaufstelle geeigneter ist.
Gute Orientierung beginnt nicht mit der Frage „Welche Diagnosen behandeln wir?“, sondern mit der Frage „In welchen Situationen können wir einen besonderen Beitrag leisten?“
So entsteht eine niedrigere Zugangsschwelle, ohne medizinische Zuständigkeiten künstlich auszuweiten.