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ER-101 – Kapitelweise Erkenntnisentwicklung

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Kapitelweise Erkenntnisentwicklung

Umfangreiche Grundlagentexte werden nicht in einem Zug geschrieben. Jedes Kapitel wird als eigenes Erkenntnismodul entwickelt.

Verbindlicher Ablauf

  1. Erkenntniskern bestimmen
  2. Vor dem Schreiben wird die eine Erkenntnis formuliert, die nach dem Lesen verstanden sein soll.

  1. Erinnerungssatz bestimmen
  2. Es wird gefragt: Wenn nach sechs Monaten nur ein Satz geblieben wäre – welcher müsste es sein?

  1. Vorhandene Fundstücke einsammeln
  2. Starke Formulierungen, Metaphern, frühere Erkenntnisse und passende Beispiele werden aus dem Wissensvorrat geholt, statt unnötig neu erfunden zu werden.

  1. Eine tragende Hauptmetapher wählen
  2. Bilder werden funktional zugeordnet. Ein Kapitel soll nicht durch konkurrierende Metaphern überladen werden.

  1. Praxisbrücke herstellen
  2. Jeder philosophische oder theoretische Gedanke muss beantworten können: Was bedeutet das konkret für medizinisches Wahrnehmen, Entscheiden oder Handeln?

  1. Kritische Gegenprüfung durchführen
  2. Was würde ein guter kritischer Kollege einwenden? Was könnte ein Patient missverstehen? Welche Übertreibung muss vermieden werden?

  1. Erst danach ausarbeiten
  2. Der Text entsteht aus der geklärten Erkenntnisarchitektur – nicht umgekehrt.

  1. Produktionsreife von Endgültigkeit unterscheiden
  2. Ein Kapitel kann inhaltlich tragfähig und architektonisch fertig sein, obwohl die Sprache später noch reift.

Nicht vom Text, sondern von der Erkenntnis ausgehen.

Das Ziel ist nicht schnelle Fertigstellung. Das Ziel ist ein Denkgebäude, dessen Kapitel auch einzeln tragfähig sind und sich zugleich gegenseitig stützen.