Lebensökologie
Gesundheit entsteht nicht ausschließlich im Inneren eines Organismus.
Sie wird auch durch die Bedingungen mitgeprägt, unter denen ein Mensch lebt.
Dazu gehören unter anderem:
- Schlaf und Tagesrhythmus, - Licht und Dunkelheit, - Bewegung und körperliche Aktivität, - Ernährung, - soziale Beziehungen, - Sicherheit und Belastung, - Sinn und Orientierung, - Naturkontakt, - Erholungsräume, - Umweltbedingungen.
Gesundheit ist nicht nur eine Eigenschaft des Menschen. Gesundheit ist auch eine Eigenschaft seiner Beziehung zu den Bedingungen, unter denen er lebt.
Lebensökologie beschreibt das Zusammenspiel innerer biologischer Bedingungen mit äußeren Lebensbedingungen.
Innere Bedingungen umfassen beispielsweise Regulation, Stoffwechsel, Immunaktivität, hormonelle Rhythmen, Reserven und Anpassungsfähigkeit.
Äußere Bedingungen umfassen beispielsweise Licht, Bewegung, Ernährung, soziale Umgebung, Belastung, Sicherheit, Schlafgelegenheiten, Natur und Lebensrhythmus.
Diese Bedingungen wirken nicht bei allen Menschen gleich. Ihre Bedeutung hängt von Ausgangslage, Belastbarkeit, Lebensphase, Erkrankung und biologischer Anpassungsfähigkeit ab.
Lebensökologie bedeutet deshalb nicht, Erkrankungen auf Lebensstil zu reduzieren. Sie erweitert die medizinische Betrachtung um die Frage, welche Bedingungen biologische Entwicklungen fördern, stabilisieren oder erschweren.
Lebensbedingungen können therapeutische Einflussgrößen sein. Entscheidend ist nicht nur, ob eine Empfehlung theoretisch sinnvoll erscheint, sondern ob sich ihre Wirkung beim einzelnen Menschen beobachten lässt.
Nicht nur empfehlen. Beobachten, was tatsächlich geschieht.
So verbindet Lebensökologie allgemeine biologische Prinzipien mit individueller Präzisionsmedizin.