Dynamische Entwicklungstherapie
Therapie richtet sich nicht nur auf einen gegenwärtigen Zustand. Sie versucht zu verstehen, in welcher Entwicklung sich ein Mensch befindet und welche Faktoren diese Entwicklung beeinflussen.
Daraus entsteht ein dynamischer therapeutischer Prozess:
1. aktuelle Situation und bisherige Entwicklung verstehen, 2. Risiken, Belastungen, Ressourcen und wahrscheinlich wirksame Hebel priorisieren, 3. eine möglichst klare und beobachtbare Intervention wählen, 4. biologische und klinische Antwort verfolgen, 5. das Arbeitsmodell anhand der Reaktion überprüfen, 6. Therapie verstärken, verändern, kombinieren oder reduzieren, 7. bei Stabilität unnötige Unterstützung schrittweise zurücknehmen.
Die Therapie ist damit weder starres Protokoll noch beliebiges Ausprobieren. Sie ist ein kontrollierter Lernprozess zwischen medizinischer Hypothese, Intervention und beobachtbarer Antwort.
Nicht nur behandeln, was ist. Verstehen und beeinflussen, wie es sich entwickelt.
Ziel ist nicht maximale therapeutische Aktivität. Ziel ist eine möglichst wirksame, belastungsarme und lernfähige Steuerung, die Regulation, Stabilität, Belastbarkeit und Lebensqualität unterstützt.