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BM-134 – Therapeutische Rampe

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Therapeutische Rampe

Therapie wird schrittweise, adaptiv und überprüfbar aufgebaut.

Ausgangspunkt ist eine Spannung zwischen zwei berechtigten Prinzipien:

Erkenntnisprinzip: So wenige Veränderungen gleichzeitig wie möglich.

Je weniger gleichzeitig verändert wird, desto besser lässt sich beobachten, welche Maßnahme welche Wirkung hat.

Wirksamkeitsprinzip: So viele Veränderungen gleichzeitig wie nötig.

Bei komplexen Situationen kann eine einzelne Maßnahme zu schwach sein, um eine relevante Veränderung auszulösen. Mehrere sinnvoll priorisierte Maßnahmen können gemeinsam eine Wirkungsschwelle überschreiten.

Die therapeutische Rampe verbindet beide Prinzipien:

  1. Mit einfachen, möglichst sicheren, reversiblen und wahrscheinlich hilfreichen Maßnahmen beginnen.
  2. Wirkung, Verträglichkeit und Belastung beobachten.
  3. Reicht die Unterstützung nicht aus, gezielt weitere Schritte ergänzen.
  4. Beginnt eine erkennbare Verbesserung, nicht automatisch weiter eskalieren, sondern die erreichte Stufe zunächst stabilisieren.
  5. Ist das Ziel erreicht oder eine stabile Entwicklung entstanden, Maßnahmen nacheinander wieder reduzieren.
  6. Beobachten, was weiterhin notwendig ist und worauf der Organismus verzichten kann.

So viel wie nötig. So wenig wie möglich. So lange wie sinnvoll.

Das Ziel ist nicht eine möglichst umfangreiche oder dauerhafte Therapie, sondern die kleinste wirksame und tragfähige Unterstützung.

Eine Verschlechterung nach Reduktion kann ein Hinweis sein, dass eine Unterstützung noch benötigt wird. Bleibt die Stabilität erhalten, kann die Behandlung weiter vereinfacht werden.

Das Rampenmodell ist kein starrer Algorithmus. Höhe, Geschwindigkeit und Kombination der Schritte richten sich nach Dringlichkeit, Risiko, Belastbarkeit, Reaktion und Ziel des einzelnen Menschen.