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BM-058 – Die Praxis als Lotse – Orientierung ohne Entmündigung

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Die Praxis als Lotse – Orientierung ohne Entmündigung

In komplexen gesundheitlichen Situationen entsteht das Problem häufig nicht aus einem Mangel an einzelnen Informationen.

Es entsteht daraus, dass Informationen, Fachperspektiven, Möglichkeiten und Entscheidungen nicht zu einem verständlichen Gesamtbild zusammenfinden.

Die Praxis kann hier eine Lotsenfunktion übernehmen.

Ein Lotse:

- kennt nicht jedes Gewässer vollständig, - ersetzt nicht alle Spezialisten, - übernimmt nicht das Leben des Menschen, - hilft aber, Lage, Risiken, Möglichkeiten und nächste sinnvolle Schritte zu erkennen.

Medizinische Orientierung bedeutet deshalb:

- Befunde verschiedener Fachrichtungen zusammenzuführen, - Wichtiges von Nachrangigem zu unterscheiden, - Unsicherheit sichtbar zu lassen, - sinnvolle weitere Abklärung gezielt zu koordinieren, - therapeutische Möglichkeiten zu priorisieren, - Entscheidungen verständlich vorzubereiten, - den weiteren Verlauf gemeinsam neu zu bewerten.

Orientierung ist nicht die Übernahme von Verantwortung. Sie verbessert die Voraussetzungen, unter denen ein Mensch verantwortlich entscheiden kann.

Der Mensch bleibt Kapitän seines Lebens. Die Praxis kann zeitweise Lotse sein.