Informationsebenen zu einem Gesamtbild verbinden
Unterschiedliche Informationsquellen zeigen unterschiedliche Seiten desselben lebendigen Systems.
Dazu gehören beispielsweise:
- subjektive Ebene: Beschwerden, Belastbarkeit, Schlaf, Wohlbefinden und Funktionsfähigkeit im Alltag,
- funktionelle Ebene: Belastungsreaktionen, Erholung, Regulation und Reaktionen auf konkrete Anforderungen,
- biochemische Ebene: Laborwerte, Verhältnisse, Quotienten und Trends,
- strukturelle Ebene: Bildgebung, Organbefunde, Histologie und etablierte Diagnosen,
- zeitliche Ebene: Verlauf, Reihenfolge von Veränderungen und Reaktionen auf Belastungen oder Interventionen.
Keine dieser Ebenen besitzt grundsätzlich allein Vorrang. Ihre Aussagekraft entsteht häufig erst durch die Verbindung.
Nicht nur einzelne Marker werden vernetzt. Unterschiedliche Erkenntnisebenen werden zu einem gemeinsamen Bild verbunden.
Ein subjektiver Eindruck kann eine wichtige Beobachtung sein, ohne allein eine Ursache zu beweisen. Ein Laborwert kann objektiv messbar sein, ohne allein seine Bedeutung für den Menschen zu erklären. Eine strukturelle Diagnose kann wesentlich sein, ohne die gesamte funktionelle Situation abzubilden.
Die Aufgabe besteht deshalb nicht darin, möglichst viele Daten anzusammeln, sondern Informationen so zu verbinden, dass Muster, Widersprüche, Entwicklungen und entscheidungsrelevante Zusammenhänge sichtbar werden.
Information → Erkennen → Verstehen → Bedeutung → Orientierung → Handlung → Rückmeldung → neue Erkenntnis.