Eine lernfähige Medizin kann sich verändern, ohne ihre Identität zu verlieren
Ein medizinisches Denkmodell wird langfristig fragil, wenn seine Identität an unveränderliche Einzelaussagen gebunden ist.
Neue Forschung, bessere Messmethoden und neue klinische Beobachtungen verändern Wissen.
Eine lernfähige Medizin braucht deshalb zwei Ebenen: Was beständig bleiben soll
- Achtung vor dem Menschen und dem Leben, - Wahrheitstreue, - wissenschaftliche Sorgfalt, - Transparenz über Unsicherheit, - Bereitschaft zur Prüfung, - verantwortliches Handeln, - Lernen aus Rückmeldung.
Was veränderbar bleiben muss
- Modelle, - Hypothesen, - diagnostische Verfahren, - therapeutische Verfahren, - Gewichtung einzelner Mechanismen, - konkrete fachliche Aussagen.
Identität entsteht durch eine verlässliche Haltung, nicht durch das Festhalten an überholten Antworten.
So kann eine medizinische Schule über lange Zeit lernfähig bleiben, ohne beliebig zu werden.