Keine Gegenmedizin, sondern eine Denk- und Arbeitsweise
Biologische Medizin versteht sich nicht als Alternative zu einer vermeintlich unbiologischen Medizin. Sie grenzt sich auch nicht über einen festen Katalog erlaubter oder verbotener Verfahren ab.
Nicht die Herkunft einer Maßnahme entscheidet darüber, ob medizinisches Denken biologisch ist. Ein Arzneimittel kann in einer Situation lebensrettend und der biologischen Wirklichkeit angemessen sein. Eine pflanzliche oder sogenannte natürliche Maßnahme kann in einer anderen Situation unwirksam, ungeeignet oder schädlich sein.
Darum fragt Biologische Medizin bei jeder Maßnahme:
- Ist sie wissenschaftlich und klinisch begründbar?
- Passt sie zur konkreten biologischen Situation?
- Welche Chancen und Risiken bestehen?
- Wie reagiert dieser Mensch darauf?
- Welche Alternativerklärungen und Gegenargumente müssen berücksichtigt werden?
- Muss die Maßnahme fortgeführt, verändert oder beendet werden?
Nicht die Herkunft einer Therapie macht das Denken biologisch. Biologisch ist eine Medizin, wenn sie sich an der Wirklichkeit lebender Systeme orientiert.
Biologische Medizin kann dadurch unterschiedliche medizinische Verfahren verbinden, ohne sie gleichzusetzen. Sie bleibt offen, aber nicht beliebig. Ihr gemeinsamer Maßstab ist die verantwortbare und überprüfbare Wirkung am Menschen.