Dann sind wir jetzt tatsächlich an dem Punkt angekommen, den ich zu Beginn im Blick hatte:
Schritt 2: Der große Grundlagentext der Praxis
Nicht:
- Startseite,
- Werbetext,
- Leistungsbeschreibung,
- Patientenflyer.
Sondern ein Text, der die Frage beantwortet:
Wie verstehen wir Medizin und warum arbeiten wir so, wie wir arbeiten?
Dieser Text wird später die Quelle für:
- die Startseite,
- die Seite „Wie wir arbeiten“,
- Präventionsseiten,
- Diagnostikseiten,
- Patienteninformationen,
- Vorträge,
- Praxisbroschüren,
- Arztbriefe,
- Mitarbeiter-Einarbeitung,
und vermutlich sogar für viele zukünftige Entscheidungen der Praxis.
Bevor ich diesen Text schreibe, möchte ich noch einmal zusammenfassen, was ich glaube inzwischen verstanden zu haben:
Die Praxis möchte ausstrahlen:
- Hier werde ich als Mensch ernst genommen.
- Hier wird nicht vorschnell eingeordnet.
- Hier wird gründlich, präzise und wissenschaftlich gedacht.
- Hier dürfen komplexe Situationen komplex sein.
- Hier entstehen aus vielen Informationen Orientierung und Struktur.
- Hier wird priorisiert statt wahllos gesammelt.
- Hier werden Symptome, Funktionen, Laborwerte und Verläufe miteinander verbunden.
- Hier beginnt Prävention nicht erst bei sichtbarer Krankheit.
- Hier werden Entscheidungen gemeinsam getroffen.
- Hier gibt es Hoffnung ohne unrealistische Versprechen.
- Hier gibt es Demut gegenüber der Komplexität biologischer Systeme.
- Hier wird das Ziel verfolgt, möglichst wenig und gleichzeitig ausreichend wirksam zu intervenieren.
Wenn du das liest, habe ich das Gefühl, dass wir inzwischen ziemlich genau die Identität der Praxis beschreiben.
Deshalb würde ich als Nächstes folgendes tun:
Ich würde jetzt einen zusammenhängenden Text von vielleicht 1000–1500 Wörtern schreiben, der diese Gedanken nicht als Liste präsentiert, sondern als eine logisch aufgebaute Erzählung:
- Warum Menschen manchmal trotz vieler Untersuchungen Orientierung vermissen.
- Warum einzelne Befunde oft nicht ausreichen.
- Warum wir Zusammenhänge betrachten.
- Warum Prävention früher beginnt.
- Warum Wissenschaft und Individualität keine Gegensätze sind.
- Wie Entscheidungen entstehen.
- Wie wir therapeutisch vorgehen.
- Welche Rolle Beobachtung, Messung und Verlauf spielen.
- Warum Demut und Präzision gleichzeitig wichtig sind.
Und dabei würde ich genau deinen Wunsch berücksichtigen:
Menschlichkeit und Wissenschaft nicht nacheinander, sondern miteinander verwoben.
Danach würde die Reihenfolge vermutlich sein:
Schritt 3
Den großen Text kritisch prüfen und verdichten.
Schritt 4
Daraus die Homepage-Seite „Wie wir arbeiten“ ableiten.
Schritt 5
Die Startseite daraus destillieren.
Schritt 6
Die Präventionsphilosophie als eigene Seite formulieren.
Schritt 7
Kurze Leitsätze und Navigationspunkte daraus entwickeln.
Und ehrlich gesagt glaube ich inzwischen, dass das ein sehr gutes Vorgehen ist, weil wir damit nicht einfach Texte schreiben, sondern zunächst die Sprache und Identität der Praxis selbst entwickeln.
Wenn du zustimmst, würde ich jetzt tatsächlich mit diesem großen Grundlagentext beginnen.